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Heute ist Samstag, der 06.10.2007. Es geht es an die niederländische Maas, mein allerliebstes Angelrevier. Antonio und ich haben heute den Guide Helmut gebucht. Es geht auf Zander, Barsch und die Entengesichter. Das Tackle habe ich gestern schon gepackt. Wie üblich viel zu viel. Es ist quasi die Abschiedstour mit Helmut, da ich mir jetzt ein eigenes Vertikalboot gekauft habe, aber davon handelt eine andere Geschichte.
Helmut und ich machen schon seit einiger Zeit die Gewässer um Roermond (NL) unsicher. Er ist ein gewerblicher Guide und hat ein sehr gut ausgestattetes Angelboot. Es handelt sich um ein Busters Fiskare.  Schöne Grüße auch von allen anderen Bewohner der Schatzkiste.
Wir sind ja noch nicht in der Vertikalsaison. Daher heißt es Fisch suchen und variabel, dem Angeltag entsprechend, angeln. Seit Mai sind unsere Angeltage doch sehr abwechslungsreich. Helmut ist eher der für das hartgesottene. Er steht auf Entengesichter und aufs Jerken. Somit sind seine Ruten eher kräftig und die Köder eher groß. Außerdem erzielt er tolle Erfolge mit dem Vertikalangeln. Ich bin dem Nippontrend verfallen. Somit stehen bei mir Baitcaster-Ruten von Megabass, Gun Craft und Illex auf dem Programm. Meine Köder sind eher klein. In meinem Köfferchen tummeln sich die Hardbaits von Illex (Jackall), Megabass, Evergreen, Lucky Craft usw. Im letzten Winter konnte ich auch meine Vertikalperformance deutlich heben. Daher stehen für mich zur Zeit die anderen Techniken hoch im Kurs, da uns das Vertikalen ja von November 2007 bis März 2008 hauptsächlich beschäftigen wird. Da Helmut und ich seit Mai einen riesigen Lauf haben, ist die Erwartungshaltung schon sehr hoch. Schaun mer mal, was da heute so geht. Der erste Stopp fällt auf einen Bacheinlauf. Die Maas hat heute wenig Strömung. Der Bach bietet Sauerstoff- und Sedimentzufuhr und sollte somit für den Fisch attraktiv sein. In einigen Metern Entfernung fällt eine Kante deutlich ab. Hier könnte was gehen. Helmut vertikalt an der Kante. Antonio und ich werfen mit kleinen Wobblern in den Bach und an die angrenzende Steinpackung. Ich angle mit der Megabass Elite, einer Daiwa Presso und monofiler Schnur mit 3,8 KG Tragkraft. Es ist meine absolute Traum- und Glückscombo, weil ich damit meine besten Resultate erzielen konnte. Da die Combo ultraleicht und perfekt aufeinander abgestimmt ist, ist das Angeln ein absoluter Genuss. Die Rute muss kleinste Kunstköder von 3 bis 10 Gramm ins Zielgebiet befördern. Die kleine Presso-Multi kann das hervorragend. Der erste Wurf und schon rappelt es im Karton. Ein guter Kämpfer gibt Gas. Helmut fragt: „Was ist es denn? Keine Ahnung, aber auf keinen Fall Barsch und Zander“, kriegt er als Antwort zurück! Endlich sehe ich meinen Gegner. Ein fetter Aland (niederl. Winde) zeigt sich an der Wasseroberfläche und zeigt mir mit einem riesigem Schwall an, dass das noch nicht die letzte Flucht war. Am Ende konnte er sicher gekeschert werden und lag knapp unter dem diesjährigen niederländischen Rekord der "Beet" (niederländischer Blinker). Dort wird der größte Aland aus 2007 mit 58 cm ausgewiesen. Aber was für ein tolles Dickerchen und ein guter Kämpfer. Respekt! Einfach nur schön und so darf es weitergehen. Kaum hatte ich den Gedankengang abgeschlossen, als auch Antonios Rute krumm war. Auch er konnte sich über den Fang eines stattlichen Alands freuen.  Hallo Fetti!
 Naja, etwas schief gemessen, aber im Eifer des Gefechtes hatte ich mir offensichtlich einen Knick in der Optik zugezogen.
Beim Schleppen waren wir auch sehr erfolgreich. Hier gilt es den richtigen Wobbler und die richtige Farbe zu finden. Noch ist es etwas neblig aber die Sonne macht kurzfristig dem Nebeltreiben ein Ende. Im Nebel nehme ich einen Wobbler im Firetiger-Design. Anfänglich kommen wir nur ein paar Meter weit, weil es immer wieder rummst. Die Fische mögen meinen Wobbler heute.  Ein schönes Zanderchen!
 Ein fettes Bärschlein.
Dann ist die Sonne da und die Unterwasserwelt tickt von einer auf die andere Minute anders. Also machen wir einen schwenk auf gedeckte, natürliche Farben. Beim Schleppen zum nächsten Spot gehen hierbei auch einige Fische an den Haken. Allerdings nimmt die Frequenz deutlich ab. Auch größenwahnsinnige Barsche sind darunter.  Total balla diese Freaks mit dem Irokesenschnitt.
Unser nächster Spot liegt an einer Brücke. Helmut vertikalt und ich bin mit der Dropshot-Montage zu Gange. Wir landen einige Fische mit beiden Techniken. An der Sonnenseite der Brücke fangen wir die Barsche. Auf der Schattenseite greifen die Zander unsere Köder ab. Sowohl Helmut als auch ich angeln fast ausschließlich mit Kunstködern. Nur wenn es im Winter sehr kalt ist, brauchen die Zander einen Zusatzreiz über den Geruch und somit machen wir nur dann die Ausnahme vom reinrassigen Kunstköderangeln. Später geht es noch an ein Wehr, wo ich mein Glück auf Rapfen versuche. Aber von den Silberpfeilen wollte keiner an die Box. Somit hat Helmut weiter vertikalt und ich bin wieder auf Dropshot umgestiegen. Da es ausschließlich barschelte und der Zander unser Targetfisch war, ging es an den nächsten Spot. Hierbei handelte es sich um einen Industriehafen mit Spundwänden. Ich bekam schon ganz feuchte Hände, weil mir die Kulisse direkt den Eindruck vermittelte an einem richtigem Hotspot zu sein. Jede Ecke sah total fischig aus. Helmut und Antonio versuchten es wieder vertikal und ich wollte nochmal die Hardbaits baden. Da damit aber nichts zu machen war, erfolgte der Umstieg auf Dropshot. Der Köder war gerade unten schon war die Rute krumm. „Konzentrieren, nicht anschlagen sondern ausschließlich mit der Rolle arbeiten“, murmelte ich in mich hinein. Geschafft! Der nächste Barsch wurde verhaftet. Fazit: An diesem Tag hatten wir 38 Fische. 12 Zander, 2 Alande und 24 Barsche, wovon 10 Stück an die 40 cm hatten. Es war ein toller Angeltag und wir waren wieder sehr zufrieden. Obwohl die Ausbeute im Jahresschnitt eher dem Durchschnitt entsprach und die richtig gute Zeit fängt ja jetzt erst an. Von meiner ersten Vertikalsaison mit eigenem Boot auf holländischen Gewässern berichte ich demnächst. Jetzt gilt es Ortskenntnisse über und unter Wasser zu gewinnen. Wie befischt man am besten die Kanten? Welche Technik setzt sich durch? Schlepp-Vertikal mit Bug-E-Motor oder langsamvertikal mit Heck-E-Motor? Wird die Winterfarbe des Vorjahres wieder der Bringer? Viele Fragen und hoffentlich demnächst auch ein paar Antworten.Wer auch mal Bock auf so einen Tag hat oder mal ins Vertikalgeschäft einsteigen will, der kann Helmut buchen unter www.pike-attack.de. Bis demnächst Euer MasterCaster »
3 Kommentare
1"Schöne Story ..." .. schick geschrieben, super geknipst ;) HUT AB & Petri ;) bastian
2"Klasse Bericht" Hi MasterCaster, sehr schöner Bericht, sehr gelungene Bilder. t.l. Stefan
3Kommentar Echt gut geschrieben (=
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