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www.raubfischjagd.de

Die 20 grössten Irrtümer beim Raubfischangeln
Geschrieben von Andreas Lemke   
26.06.2010
Raubfischangeln 2010 - Alles ein grosser Irrtum?
 
Im Laufe der Jahre hat man als aktiver Raubfischangler schon eine Menge gesehen. Rückblickend ist es da manchmal schon amüsant, aber teilweise auch befremdlich, welche Irrtümer sich mitunter hartnäckig in der Szene halten, weil diese oftmals wenig kritisch hinterfragt und leider genauso oft in Foren und sonstwo einfach weitergeplappert werden. Es war an der Zeit, mit einigen Ansichten einmal aufzuräumen:
 
 
 
1.Hardmono ist hechtsicher.

Sicherlich sicherer als einfaches Mono. Allerdings durfte ich schon oft genug beobachten, wie die Vorfächer unbelehrbarer Kollegen in Sekundenbruchteilen förmlich zerfetzt wurden. Wirklich sicher sind nur Stahl und Titan ... da gibt´s kein "aber"!



2.Die Bremse muss komplett zu sein, um den Anschlag durchzubringen.

Wer schon einmal bewusst zwei Kilogramm Gewicht an seine Kombo gehängt und das Verhalten des Rutenblanks beobachtet hat, wird einsehen, daß es keiner blockierten Bremse bedarf, um den Anhieb zu setzen. Eine auf 80% Rutenlast getunte Bremse reicht allemal ... und Kapitale gehen auf Kurzdistanz auch nicht mehr so leicht verloren ;-)



3.Fluorocarbon ist fängiger als Monofil gleicher Tragkraft.

Da Fluorocarbon bei gleicher Tragkraft einen wesentlich dickeren Durchmesser aufweist, relativiert sich die geringere Sichtbarkeit von FC bei gleicher gewünschter Tragkraft ganz schnell.



4.Nix los auf dem Fernseher - Nur wo Fisch auf dem Echolot zu sehen ist, ist auch Fisch.

Viele fahren an strukturell extrem heissen Spots einfach vorbei, nur weil kein Fisch auf dem Echolotbildschirm zu sehen ist. Sie berauben sich damit vieler Chancen, denn sog. Grundlieger sind auch mit Top - Echoloten der modernen Generation oftmals nur sehr schwer oder gar nicht auszumachen. Und gerade die Zander liegen in ihren Ruhephasen gerne direkt am Grund.



5.Zander rauben immer nur am Grund.

Der aktive Zander findet sich in allen Wasserschichten. Einzig seine Lichtscheu setzt seinem Drang nach oben Grenzen. Bei bedecktem Himmel ist aber auch regelmäßig in höheren Wasserschichten mit Zandern zu rechnen



6.Je leichter das Gewicht der Kombo, umso besser.

Übertriebene Leichtigkeit geht oftmals auf Standfestigkeit und Zuverlässigkeit des Tackle. Lieber mal die Schwabbelärmchen trainieren! ;-)



7.Extrafast - Blanks mit extremer Spitzenaktion führen zu einer höheren Bissausbeute.


"Gefühlt" hat man sicherlich mehr Bisse, im Insiderjargon so genannte "Light - Bisse", die jedoch meist nur von Steinberührungen u.ä. verursacht werden. Moderate Fast Blanks reichen für fast alle Anwendungen des Spinnfischens aus, unterstützen durch Ihre Charakteristik weitere Würfe und federn die Schläge von Kapitalen in der Endphase des Drills wesentlich besser ab, was zu weniger Fischverlust führt.



8.Japanköder sind fängiger als andere.

... und fangen in erster Linie Angler, die bereit sind, für ihren Traum das Letzte zu geben. Oftmals sehr filigran und hübsch gearbeitet. Ob es den Fisch interessiert? Malcolm Douglas fängt die dicksten Barramundis mit nem Stück Silberpapier an einem beschwerten Haken ;-)



9.Monofil performt auf der Baitcaster besser als Geflochtene.

Monofil kompensiert im Wesentlichen nur die schlechten Eigenschaften, welche die so "hippen" Extrafast - Stöckchen mit sich bringen. Wer weichere Ruten fischt, kann im Vergleich dazu sogar auf der BC - Barschpeitsche Geflochtene fischen und sich dabei gleich die Frage "Wirft das Ding auch unter 7 Gramm?" sparen. Sie wirft ... und das wesentlich weiter als mit Monofil.



10.Man muss sich durch die Fritten durchangeln, um einen Kapitalen zu erwischen.

Kapitale stehen meist abseits der Frittenbude. Wer gerade eine gute Frequenz an Fritten hat, wird dort nur im Ausnahmefall einen wirklich Kapitalen fangen.



11.Wer weiter wirft bzw. weiter rausfährt, fängt besser.

Oft beobachtet: Immer schön raus in die Kanalmitte und irgendwo hin geschmissen, Hauptsache weit! :-) Dabei stehen und fressen die meisten Fische (abgesehen von grossen Seen) meist in Nähe des Uferbereichs oder entsprechenden Strukturen.



12.Viel hilft viel: Man muss möglichst viele verschiedene Gummis dabei haben, um wirklich für jede Situation gewappnet zu sein.


Man sollte sich lieber auf drei bis vier möglichst universelle Gummis beschränken und lieber viele Bleiköpfe in verschiedenen Gewichtungen dabei haben ...



13.C&R bei Frost macht Sinn (z.B. in Holland).


Die Flossen von Fischen frieren oftmals schon knapp unter Null Grad innerhalb sehr kurzer Zeit an.
Wer bei strengem Frost unbedingt noch losgehen muss, sollte besser gleich den Kochtopf dabei haben.

 

14.Hochwertigeres Gerät fängt besser.

Es fängt immer noch der Angler die Fische ... und Know How ist auch mit teurem Tackle nicht zu ersetzen.



15.Angeln mit Ultralighttackle ist fairer, denn es gibt dem Fisch eine Chance.

Angeln mit Ultralighttackle verlängert den Drill und schwächt den Fisch unnötig. Bei betriebenem C&R (z.B. in Holland) setzt dies erwiesenermaßen die Überlebensfähigkeit herab. Außerdem reduziert es die Chance auf die erfolgreiche Landung eines wirklich Kapitalen.



16.Man sollte Vorfachmaterial immer doppelt durch die Klemmhülse ziehen, um ein Herausrutschen unter Last zu vermeiden.


Nicht nötig! Man sollte vielmehr darauf achten, daß sich das Vorfachmaterial in der Hülse nicht kreuzt. Auch den Pressdruck beim Klemmen nicht zu hoch wählen! Sonst droht Materialbruch direkt in der Hülse!



17.Wind op de Kant, Fisch in der Hand.

Im Winter eigentlich immer falsch, da der Fisch sich nun in den wärmeren, geschützen Bereichen einstellt. Ausnahme: Die Lufttemperatur liegt merklich über der des Wassers.



18.Bei Ostwind geht nix.

Gilt eigentlich auch nur im Winter, da Ostwind in unseren Breitengraden im Winter meist mit Temperaturstürzen verbunden ist.



19.Wechselnder Luftdruck schlägt den Fischen auf den Magen.

Es gibt immer einen Grund, zu hause zu bleiben. ;-) Ich habe gerade im Herbst regelmäßig auch bei Luftdruckkapriolen und Sturm gut gefangen.



20.Lipgrip und Co. ermöglichen ein schonendes Landen.


Wer von Euch möchte einmal mit einer großen Zange am Unterkiefer in die Luft gehoben werden? Derjenige sollte den Lipgrip auch weiter benutzen.



21.Kurze Ruten performen auf dem Boot besser.

... und mit längeren Ruten fischt man prima um die anderen Kollegen im Boot drumrum.



22.Wo etwas Kleinfisch aus dem Wasser springt, raubt es.

Oft erlebt: "Da raubts!" ... "da auch!" ... und überall ;-) Oft genug spielen die kleinen Fischchen auch einfach nur so an der Oberfläche oder schnappen und huschen nach winzigem Treibgut, in der Hoffnung auf Nahrung. Naja ... auch irgendwie ein Rauben *ggg*



23.Wenn nichts beisst, geht nix.

Weiss man´s? Wo kein Räuber vor Ort, kann´s auch nicht beissen. Vor dem Fangen muss man erstmal finden, daher in solch einer Situation auch mal mit Kollegen austauschen, die zu gleicher Zeit einen anderen Spot abfischen.



24.Zander sind vorfachscheu.

Selbst bei Sichtweiten um die zwei Meter gehen Zander auch sehr gerne an Köder mit relativ starkem Stahlvorfach.



Na jetzt sind es tatsächlich dann doch 24 Irrtümer geworden. Und es gibt sicher noch mehr ...
Habe ich welche vergessen? Was meint Ihr?
 
 
 
» 17 Kommentare
1Kommentar von Bookwood am Samstag, 26. Juni 2010 15:42
Anders fischen als die meisten Kollegen. Mal gucken was der Standardköder ist und dann mal das Gegenteil dran hängen. 
Stefan
2Kommentar von Lukas am Samstag, 26. Juni 2010 16:01
Wobei die Sache mit Fluo nicht ganz richtig ist Andreas;-) Der Schattenwurf beider Materiale ist anders und ich behaupte, dass ein 30er Fluo nicht zuletzt auch deswegen unauffälliger ist als ein 25er Monofil. Zudem abriebfester...
3Kommentar von admin am Samstag, 26. Juni 2010 17:38
aber ist fc wirklich fängiger als das dünnere mono mit gleicher tragkraft? ich glaube nicht ...
4Kommentar von Lukas am Samstag, 26. Juni 2010 18:44
fängiger weiß ich nicht, aber abriebfester. ich bleib bei Fluo als Vorfach;)
5Kommentar von fabs am Sonntag, 27. Juni 2010 03:06
he,he da gibts ja echt bestimmt noch zig irrtümer,aaaaaaaaaaber....... 
zu 2. ???? Bin ich oft ander belehrt worden.Gerade bei "extrem-bissen" 
kurz vor´m kahn mit nicht komplett "angeknallter" bremse ging meist der 
ganze anhieb auf die rolle.....was man dann als Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr 
hört......,den zti dann zwar kurz drauf hat,aber dank seines harten schädels den haken nur mit der spitze hakt und nach ein,zwei kopfstößen....selavie. 
noch was zum thema 6. macht halt mehr spaß mit ner kombo von gerade mal 
350gr zu fischen,gerade wenns um nen marathonangeltag geht...:-) 
FANGEN tut man natürlich auch mit ner 15 geld lidl kombo:-)
6Kommentar von admin am Sonntag, 27. Juni 2010 08:29
na deshalb ja auch nicht bremse auf, sondern 80 oder 90% rutenlast fabse ;-)
7Kommentar von Kochi am Sonntag, 27. Juni 2010 12:24
Hallo Admin, 
 
also zu Pkt.Sechs: es macht mir mehr Spaß mit leichteren gerät zu fischen! Ich finde die Standfestigkeit leidet keinesfalls darunter, ganz im Gegenteil bei den heutigen Materialien und der richtigen Pflege, gar kein Problem.
8Kommentar von admin am Sonntag, 27. Juni 2010 12:39
Ich sag z.B. mal als Stichwort hochmodulierte Blanks ... Kenne Rutenblanks, die überleben nicht mal eine Woche Boddeneinsatz (... und werden dabei in einschlägigen Foren trotzdem von vielen wg ihrer Leichtigkeit usw. über den Klee gelobt) Blanks mit einer höheren Verdichtung als IM8 sind definitiv nicht wirklich rauhwasser- bzw. wintertauglich und eher was für gemütliches Sonntagsangeln ;-)
9Kommentar von PIKEWORLD am Sonntag, 27. Juni 2010 13:07
..sehr schöne liste... 
nur bei punkt 2 gilt für mich und das seit jeher: "only a close drag is a good drag" :-)
10Kommentar von admin am Sonntag, 27. Juni 2010 13:42
ich denk mal auch, bei deinem verwendeten equipment kann die bremse ruhig mal richtig zu sein jochen *ggg* ... keine annahme ohne ausnahme ;-)
11Kommentar von minimatze am Mittwoch, 30. Juni 2010 20:24
Also ich denke es kommt immer auf die situation an wie man die bremse einstellt , geh an ne stelle wo du mit sicherheit große Rapfen hast und fängst und dann knall die bremse zu , viel spass beim winke winke machen wenn ein 75 mit vollem kabit einsteigt und ne 22er geflochtene zerruppt ( habe ich schon mehrfach erlebt bei unbelehrbaren ) , und was die 6 angeht ich habe aktuell ca 10 kombos und ich wähle die kombo immer auf die art von fisch aus auf den ich aus bin , und Japan köder fangen nur dann besser wenn man mit anderen nicht angelt , worauf soll man denn sonst fangen , PS.: habe selbst ca 250 japan köder in meinen Kisten verstaut und gebe zu " ich bin krank "  
 
Mfg Matze
12Kommentar von NorbertF am Sonntag, 22. August 2010 15:51
Punkt 9 ist Unsinn. Mono gleicher Tragkraft wirft immer weiter. Ich mag auch keine X-Fast Stöcke, sogar fast ist mir zu fast :)
13Kommentar von admin am Sonntag, 22. August 2010 22:15
NorbertF: "Unsinn, Mono gleicher Tragkraft wirft immer weiter" ...  
??? 
Den Wettkampf gehe ich gerne ein Norbert. ;-)
14Kommentar von NorbertF am Dienstag, 24. August 2010 20:03
Überleg dir das lieber nochmal Andreas, es ist nichtmal knapp. Mit Nylon sinds ca. 30% mehr an Wurfweite. 
Haben schon viele nicht geglaubt, probiers mal.
15Kommentar von admin am Dienstag, 24. August 2010 20:30
na wir werfen richtige baits norbert, nicht diesen 3gramm schwabbelärmchenkram ;-)
16Kommentar von NorbertF am Mittwoch, 25. August 2010 22:55
Vielleicht sollte den Kaspern bei den Casting Meisterschaften mal einer sagen sie sollen mit Geflecht werfen...Angänger die :)
17Kommentar von NorbertF am Mittwoch, 25. August 2010 23:08
Ich fische zwar meine großen Swimbaits und Magnum Bulldawgs auch mit Geflecht, Jiggen tu ich ebenfalls damit bei größeren Ködern, aber selbst da wären die Wurfweiten mit Mono besser. Habs auch getestet. Nutzt mir nur nichts, wenn ich auf 60 Meter keinen Anhieb mehr durchbringe(wenn ich den Biss überhaupt merke)...aber weiter werfen tut Mono mit jedem Köder.  
Probiers einfach, wird dich überraschen. 
Bei den 3g Ködern ists eh klar...Wacky Wurm an der BC mit Mono geht deutlich entspannter.
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