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Spinnfischen im Mittelmeer
Geschrieben von Jens Manns   
1.11.2009

Früher oder später wird jeder Angler, der seinen Urlaub nicht ausschliesslich nach der Fischgrösse und Fileterwartungen plant, sich mit dem deutschen Urlaubsziel Nr.1, dem Mittelmeer, auseinandersetzen müssen. Grosse Erwartungen bringt wohl kaum einer mit, denn organisierte Angelausfahrten sind selten und seriöse Angebote verschwindend gering. Wem der Sinn nicht nach einer Picknick - Ausfahrt mit integriertem Aquarienfischfang steht, dem bleibt meist nur der Versuch auf eigene Faust.
Grundsätzlich ist zu sagen, daß das Mittelmeer zwar eine ungeheure Artenvielfalt birgt, aber Massenvorkommen von Schwarmfischen wie man es etwa aus Norwegen kennt kaum existieren. Für den Angler bedeutet das überlegtes Angeln, Stellen müssen gut ausgesucht werden und das Gerät zuverlässig abgestimmt sein.
Ist das Urlaubsziel erst einmal bekannt, gibt einem z.B. Google Earth schon mal einen groben Überblick über eventuelle Hotspots:
Fluss- und Bachmündungen, Häfen und Flachwassergebiete (Badestrände) stellen die drei besten Gegebenheiten dar.

Spinnfischerparadies Mittelmeer?

Felsküsten wirken zwar immer fangträchtig, sind es aber nur unter bestimmten Umständen, etwa wenn Schwärme von Ährenfischen in der Dämmerung dort Schutz suchen.

manchmal fängig: Felsküste

Grundsätzlich lohnt sich bei der Angelei auf Wolfsbarsch, Bluefish und verschiedenste kleinere Räuber ein Versuch in der Abend- oder Morgendämmerung am meisten. Auch der mittlerweile im Mittelmeer stark vertretene gestreifte Barracuda wird erst mit einsetzender Dunkelheit aktiv und zieht dann in Schwärmen in die Häfen und Flachwasserzonen, um Meeräschen zu jagen. Teilweise sieht man spät in der Nacht grosse Einzelexemplare in den Häfen, ohne den Futterneid in der Gruppe sind sie aber kaum zu überlisten.Generell ist bewegtes Wasser und auflandiger Wind sehr fangfördernd, viele kleiner Schwarmfische werden dann unter Land gedrückt und für die Räuber läutet die Futterglocke.

ein kleinerer Vertreter des gestreiften Barrakuda

Beim Spinnfischen kommen hauptsächlich Wobbler und Topwater-Baits wie Popper oder Walker zum Einsatz. Besonders zu empfehlen sind Rapala X-Rap, Skitter Walk und Skitter-Pop in gängigen realistischen Designs (Makrele, Sardine etc.) und der immer wieder bewährte Redhead. Fluocarbonvorfächer von 0,35mm (Wolfsbarsch) bis 0,50mm (Cuda, Bluefish, Palometa) an geflochtenen Hochleistungsschnüren mit Tragkräften von 15-30lbs sind ein Muss, Stahlvorfächer haben im glasklaren Wasser eine enorme Scheuchwirkung. Daß Haken, Sprengringe und Einhänger dabei von bester Qualität sein sollten versteht sich von selbst.

gängige Köder am Mittelmeer

Zur Landung der scharfzahnigen Gesellen ist ein Bogagrip am besten geeignet, ein Gaff nur für Fische die definitiv entnommen werden sollen. Auch am Mittelmeer macht sich der Trend zur selektiven Entnahme bemerkbar und ist durchaus nachahmenswert.

Tight Lines in the Sun ...

Jens Manns

 

Hier noch ein paar Impressionen:

fängigste Zeit: die Dämmerung
es raubt ...
Eidechsenfisch, regional ein häufiger Fang auf schlanke Wobbler
aufgrund der Wurfweiten sind Stationärkombos zu bevorzugen
schön, wenn es auch ihr Spass macht :-)
eher mit Naturködern zu fangen: Conger
Eine Oblada in respektabler Grösse. Ein Jägers des Mittelwassers, trotz der geringen Grösse ein starker Kämpfer.
Auch ein Versuch mit der Fliegenrute lohnt: Hauptbeute sind Hornhechte und Meerbrassen.

» 3 Kommentare
1Kommentar von pitpearch am Sonntag, 1. November 2009 13:06
toller bericht, das letzte Bild ist der absolute HAMMER ! 
greetz
2Kommentar von admin am Montag, 2. November 2009 15:27
na so ein schicker barrakuda, des nächtens von der hafenmole, wär schon was ... :-)
3Kommentar von Henk am Montag, 2. November 2009 18:48
Schöner Bericht und schicke Fotos!;-)
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