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Seit in den 80er Jahren auch in Europa das Angeln mit Gummiködern speziell auf Zander seinen Siegeszug antrat, stellt sich für den Raubfischangler bis heute immer wieder das gleiche Problem: Welcher Köder ist in welcher Situation am fängigsten? War in den 80ern die Auswahl in Frage kommender Ködervarianten und Angelmethoden noch übersichtlich, ist die Auswahl heutzutage schon wesentlich heikler: Es gibt quasi nichts, was es nicht gibt und neben einer schier unendlichen Ködervielfalt wurden zwischenzeitlich neben dem klassischen Jiggen auch noch weitere Methoden wie Drop Shot, Verticaalen oder das Angeln mit schwimmenden Jigköpfen entwickelt. Damit es in den folgenden Ausführungen nicht zu unübersichtlich wird, beschränken wir uns in dieser Ausführung vorerst auf das klassische Jiggen, denn bei der Drop Shot Methode wie aber auch dem Verticaalen und dem Angeln mit schwimmenden Jigköpfen sind teilweise doch nicht unerhebliche Abwandlungen nötig. Fangen wir nun aber an und betrachten zuallererst die gängigen Köderformen und - klassen ... 
Den gängigen Köderformen Worm, Shad, Twister und neuerdings auch Creature Bait lassen sich grundsätzlich drei Eigenaktionsklassen zuordnen: Action, Low Action und No Action. 1. Die Action Klasse: Köder, die im Wasser auf Zug eine ausgeprägte Eigenaktion entwickeln. Dazu gehören z.B. Twister wie z.B. der klassische Profiblinker Turbotail, aber auch Shads mit größeren Schaufelschwänzen wie der Kopyto von Relax oder auch der Salt Shaker von Lunker City. Dabei gilt: Je grösser und steiler angestellt der Schaufelschanz, umso grösser die Eigenaktion. 
2. Die Low Action Klasse: Köder, die im Wasser auf Zug eine leichte Eigenaktion entwickeln. Hierzu gehören z.B. sog. Curly Tails (Worms mit kleinen Twisterschwänzen), aber auch (meist schlanke) Shads mit kleinen, weniger steil stehenden Schaufelschwänzen. Gängige Vertreter hier sind z.B. der Spro Fibre Tail, der 5" Sea Shad von Bass Assassin oder auch der Dead Ringer von Zoom. Diese Köder produzieren auf Zug wenig Druck, allerdings ist Ihre Eigenaktion meist sehr hochfrequent. 
3. Die No Action Klasse: Köder, die im Wasser auf Zug keine nennenswerte Eigenaktion entwickeln sondern vielmehr durch den Angler selbst animiert werden müssen. Klassische Vertreter hier sind die Worms, aber auch sogenannte No Action Shads wie der Fin S Fish von Lunker City oder der Jerk Shad von Culprit. 
Die neuerdings in Mode gekommenen sogenannten Creature - Baits lassen sich keiner direkten Action Klasse zuordnen, da Ihre Erscheinungsformen mittlerweile zu vielfältig sind und von Action bis No Action alle Bereiche abdecken. 
All diese Köder gibt es mittlerweile in allen erdenklichen Farben, Farbkombinationen und Grössen. Doch wann setzt man nun welchen Köder besonders erfolgversprechend ein? Die Farben und Ihre Bedeutung Über das Zanderangeln mit Kunstködern kann man tagelang philosophieren, spätestens wenn es auf das Thema Farben kommt. Befragt man die einschlägig bekannte Prominenz der Zanderangler zu diesem Thema, wird man sicherlich mit einer ganzen Reihe unterschiedlicher Ansichten konfrontiert. Eines ist dabei jedoch sicher: Niemand braucht den Grossteil der Farbspielarten, die für viele Köder angeboten werden. Auch müssen wir daran denken, daß mit zunehmender Tiefe Farben auch vom Zander immer mehr nur als Grautöne wahrgenommen werden können und dann nur noch die Grundhelligkeit und das Reflektionsvermögen des Köders entscheidend sind. Trotzdem ist die Bedeutung der Köderfarben nicht zu unterschätzen: Je sichtiger und flacher das Wasser, umso mehr nimmt die Bedeutung der Farben zu. Dabei gilt: je sichtiger und flacher, desto natürlicher sollte die Köderfarbe der Hauptbeute des Zanders bzw. seiner Umgebung angepasst sein. Über hellem Sandgrund darf dabei die Köderfarbe des Kontrastes wegen tagsüber auch schonmal recht dunkel sein. Silberglitter hingegen reflektiert wie ein Spiegel die Umgebung und passt sich daher speziell bei sichtigem Wasser immer sehr gut der Umgebung an. Der Kontrastansatz Bei stärkerer bzw. sehr starker Wassertrübung kommt es mehr darauf an, dem Zander die Ortung des Köders unmittelbar vor der Attacke zu erleichtern. Hier nimmt er den Köder über die Seitenlinie und erst im letzten Moment auch visuell war. Dabei können wir ihm die Orientierung erleichtern, indem wir starke Kontraste und Reflektionen setzen. Hier kommen Farben wie weiss, perlweiss, chartreuse .. bei Köderführung im Mittelwasser oft auch schwarze bzw. sehr dunkle Köder zum Einsatz. Zusätzlicher reflektierender Silber- bzw. Goldglitteranteil ist bei stärkerer Wassertrübung immer von Vorteil ... schwarze, nicht reflektierende Glitterpartikel sind zwar manchmal nett anzuschauen, aber in der Praxis eher nutzlos. Ebenfalls sehr empfehlenswert bei stärkerer Wassertrübung sind sog. selbstleuchtende Gummis, allerdings sollte man diese nicht extra mit einer Lichtquelle aufladen. Sie strahlen dann zu stark und wirken eher abschreckend. Ob es dann schlussendlich entscheidend ist, daß der Köder auch einen andersfarbigen Rücken hat? Eher nicht, allerdings kann man hier natürlich die Gelegenheit nutzen, noch etwas zusätzliche Kontraste zu setzen. Eine mögliche Farbauswahl, passend auf alle Sichtigkeiten des Wassers, könnte z.B so aussehen: | Sichtigkeit: | Farbmuster*: | | 1 sehr gut | klar-silberglitter, grün-glitter, gold-glitter, dunklere naturdekore, dunklere holo - dekore, grau, grün, brauntöne | | 2 | naturdekore, klar-silberglitter, hellgrau, grüntöne, hellere holo - dekore | | 3 | helle naturdekore, orange, pink | | 4 | perlweiss, gelb, sehr helle naturdekore | | 5 | reinweiss, chartreuse | | 6 ungenügend | chartreuse, chartreuseglitter, selbstleuchtend (phosphor) |
*: bei nächtlichem Einsatz bzw über hellem Sandgrund kommen zusätzlich immer auch sehr dunkle Köderfarben (motoroil, schwarz) in Betracht, metallische Glitteranteile machen sich generell bei allen Farben und Sichtigkeiten gut. Bei schlechterer Sichtigkeit darf der Glitteranteil auch ruhig einmal etwas höher ausfallen. Fazit: Mit 6-8 Farbmustern ist man das ganze Jahr für alle Situationen gerüstet. Wichtig hierbei immer: die richtigen Kontraste setzen und die durch den Zander bevorzugte Grundhelligkeit des Köders erkennen. Die vorgegebene Farbmuster - Palette dient dabei nur als Leitwerk. Auf besondere örtliche Gegebenheiten wird der erfolgreiche Angler immer mit selbstständigem Probieren reagieren. Der Tarnansatz Bei sehr heiklem Beissverhalten (z.B. bei hohem Angeldruck) empfielt sich statt dem Kontrastansatz auch einmal ein Versuch mit dem sog. Tarnansatz. Hier wählt man die Köderfarbe sehr unauffällig und der natürlichen Färbung des Wassers angepasst, um bei den zu beangelnden Zandern kein Misstrauen hervorzurufen. Der Zander scheint in diesen Situationen oftmals resistent gegenüber optischen Reizen zu sein (vielleicht, weil er die gängigen Köder schon zur genüge kennt) und raubt dann anscheinend nur noch nach den Informationen seiner Seitenlinie. Dies erklärt z.B. auch, warum selbst erblindete Fische oftmals in sehr guter körperlicher Verfassung sind. Es kommt in diesem Fall also in erster Linie auf die erzeugten Druckwellen und akustischen Reize des Köders an. Optisch sollte dieser nicht auffallen. Wir verwenden hier bei moorigem braunen Wasser dann entsprechende braune Köder, bei grünem Wasser (Algenblüte) entsprechende grüne Köder. Bei sehr klarem Wasser können dann z.B. auch einmal absolut transparente Köder zum Einsatz kommen. An einem neuen, unbekannten Gewässer sollte man immer beide Ansätze verfolgen. 
Die Ködergrösse im Zyklus Im Gegensatz zum Hecht ist der Zander tendenziell eher ein Kleinfischjäger. Natürlich kommt es immer wieder vor, daß kapitale Exemplare auch auf grosse Bull Dawgs, 23er Gufis und andere XXL - Köder gefangen werden, jedoch wird man in der Regel so nicht gezielt auf Zander angeln. Doch welche Ködergrösse ist nun die richtige? Die Ködergrössenwahl beim Zanderangeln unterliegt speziell in ruhigeren Binnengewässern einem klaren jahreszeitlichen Zyklus. Dieser beginnt je nach Region und Klima cirka 4 Wochen nach Laichzeit der Weissfische. Die Weissfischbrut hat nun für den Zander eine lohnenswerte Grösse über 2cm erreicht und ist meist im Überfluss und leicht verfügbar. Es ist dies die schwierigste Jahreszeit der Angelei auf den Stachelritter. Die Fische sind permanent satt, stehen dabei oft überraschend flach und lassen sich (wenn überhaupt) nur mit auffälligen Kleinstködern zum Anbiss reizen. Da der Zander hier besonders während der Sommermonate sehr brutfixiert ist, sollte man seine Ködergrösse im weiteren Jahresverlauf immer angepasst an den Entwicklungsstand der Brutfische wählen. Speziell in stärker strömenden, aber auch sehr lauten Gewässern (starkbefahrene Wasserstrassen, unterhalb von Wehren) lohnt sich auch schon während des Sommers der Einsatz von etwas größeren Ködern. Hier sind die Zander in der Regel nicht so stark auf ein Beuteschema fixiert und nehmen schon eher einmal alles was kommt. Grundsätzlich gilt aber auch hier: im Sommer lieber eine Nummer kleiner. Mittlerweile ist es Ende September, die diesjährige Brut ist durch die ortsansässigen Räuber zwischenzeitlich wie in jedem Jahr stark dezimiert worden und nun nicht mehr so leicht verfügbar. Der Zander beginnt jetzt wieder vermehrt aktiv zu jagen: vorbei die Zeit, als er nur mit offenem Maul durch Wolken von Brutfischen schwimmen musste um seinen Tagesbedarf zu decken. Die Fische werden dadurch gieriger, aktiver und orientieren sich im zu Ende gehenden Jahr bei Ihrer Beutewahl zunehmend an der Effizienz der Nahrungsaufnahme. Es wird jetzt zunehmend auch größere Beute attackiert, sofern diese denn leicht zu bewältigen ist. Somit kommen nun ab fortschreitendem Herbst größere Köder von 10 bis (je nach Bestandsstruktur und zu erwartenden Fischgrössen) 16 oder gar 20cm Länge zum Einsatz. Die zunehmende Ködergröße findet schließlich im Frühjahr zur Laichzeit der Weissfische ihren Höhepunkt. Nur zu gerne nutzen dann die durch ihr eigenes Laichgeschäft noch ausgezehrten Zander die Situation der sich im Liebestaumel befindlichen Weissfische, um sich jetzt einen richtig guten Happen zu gönnen. Hier endet der Zyklus, nur um dann anschließend wieder von neuem zu beginnen. 
Wann welcher Gummiköder? Wir haben nun kennengelernt, was es mit der Farbwahl und den verschiedenen Ködergrössen auf sich hat. Doch in welcher Situation benutze ich nun welche Köderform? Auch bei der Köderwahl orientieren wir uns analog zur Ködergrösse im wesentlichen am jahreszeitlichen Hauptbeuteaufkommen und seinem Verhalten. Beginnen wir also wieder im jahreszeitlichen Zyklus kurz nach der Laichzeit der Weissfische: Die Wassertemperatur beträgt in der Regel jetzt 15 - 20 Grad Celsius, die Beutefische sind bei diesen Temperaturen jetzt sehr aktiv und bewegungsintensiv. Entsprechend sollte nun auch unsere Köderwahl und - führung ausfallen: Kleine Actionköder sind nun angesagt. Somit fällt unsere Wahl beim Jiggen auf Zander nun auf kleinere Twister, Shads und bewegungsintensive Creature Baits. Ab dem Spätsommer kommen dann noch sog. überbleite No - Action Shads dazu. Diese werden an relativ schweren Jigköpfen sehr ruppig und agressiv gejiggt. In bestimmten Situationen lieben die Zander diese Köderführung geradezu. Bis die Wassertemperatur im weiteren Jahresverlauf auf 7 - 8 Grad sinkt, sind aktionsreiche, relativ zügig geführte Köder noch erste Wahl. Fällt die Wassertemperatur (meist gegen Ende November bis Dezember) darunter, ändert sich auch das Verhalten der Beutefische: sie ziehen sich nun langsam in ihre Winterquartiere zurück, schrauben den Stoffwechsel herunter und bewegen sich nun nicht mehr so viel. Auch der Zander tut das und reagiert nun nicht mehr so gut auf bewegungsintensiv und schnell geführte Köder. Nun beginnt die beste Zeit für langsam geführte No - Action - aber noch besser sog. Low - Action Köder, die jetzt ruhig schon einmal 12 - 16cm Länge haben dürfen. Wird es nun im Januar oder Februar richtig kalt, gehen wir mit dem Führungstempo noch weiter herunter. Sobald sich im Frühjahr das Wasser dann wieder erwärmt und die Temperaturschwelle von wiederum 7 - 8 Grad Celsius überschreitet, geht die Köderwahl wieder mehr in Richtung Action - Köder. Nun darf die Köderführung langsam auch wieder etwas zügiger ausfallen. Dabei behalten wir aber bestmöglich die gehobenen Ködergrössen bis zur Laichzeit der Weissfische bei. Grob lässt sich also folgende Faustregel zum Jiggen auf Zander aufstellen: Je wärmer das Wasser im Jahresverlauf, umso aktionsreicher sollten die gewählten Köder und Führungsstil sein. Je kälter das Wasser umso weniger aktionsreich Köderwahl und - führung. Dabei wird die Ködergrösse, beginnend mit dem Ende der Laichzeit der Hauptfutterfische im Jahresverlauf kontinuierlich gesteigert. Natürlich wird man das ganze Jahr hindurch auch fangen, wenn man konsequent nur einen Führungsstil und Ködertyp bzw. - grösse fischt - man beraubt sich allerdings dadurch der besten Chancen - und Chancen kann man auf der Jagd nach dem Kapitalen nie genug haben ... oder? 
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8 Kommentare
1Kommentar haste fein geschrieben,war bestimmt ne menge arbeit. schöne ausfürlicher bericht, für einsteiger einfach zu lesen. weiter so andreas!!! gruss steffen
2Kommentar Feiner Bericht Andreas.
3Kommentar yepp schön geschrieben und ausführlich erklärt .....10 punkte Andreas Gruss Maik
4Kommentar netter bericht und nicht zu überladen.....mehr davon!!!
5Kommentar ***Top***Super Bericht , Super Geschrieben ***Top****
6Kommentar na das ist doch mal ne übersichtliche Zusammenfassung!
7Kommentar Guter Bericht ! Mach doch bitte noch einen über die "Sichtbarkeit". Mir ist es noch schleierhaft, wie man das beurteilen soll/kann. Selbst wenn das Wasser oberflächlich klar ist, sagt das doch nix darüber, wie es am Grund aussieht.
8Kommentar da sag ich doch auch mal ein dickes DANKE...
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